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Merkblatt für die Verklebung der Beschriftung

Für den ordnungsgemäßen Gebrauch und zur Vermeidung
von Schäden sind folgende Hinweise zu beachten:

Verklebehinweise für die Fahrzeugvollverklebung

1. Vorbemerkungen

Entscheidend für eine erfolgreiche Fahrzeugvollverklebung ist die Tatsache, sich im Vorfeld mit den
Gegebenheiten des Fahrzeuges vertraut zu machen, um anschließend entsprechend der
Aufgabenstellung den richten Folientyp auszuwählen, d.h. es sind u.a. folgende Fragen zu
beantworten:

- wie alt ist das Fahrzeug bzw. die Lackierung?
- wie ist der Zustand des Fahrzeuges, insbesondere des Lackes?
- gibt es Roststellen?
- sind Kunststoffteile zu bekleben?
- sind schwierige Sicken oder Vernietungen zu überkleben?
- wie groß ist das Fahrzeug?
- welche Problemzonen existieren?

2. Vorgehensweise

2.1 Reinigung

- Kfz am Vortag der Beschichtung in der Waschstraße (Bürstenwäsche) reinigen
(keine Handwäsche!)
- gründliche Kontrolle der Oberflächen und Kanten auf Reste von Konservierungswachs oder
Polituren und Entfernen dieser Stoffe mit Industriereiniger oder Silikonentferner
(Isopropanol allein ist nicht effektiv)
- mit Isopropanol wird nachgereinigt, so dass alle vorher eingesetzten Reinigerreste gründlichst
entfernt werden (Spiritus ist hier nicht zu empfehlen)
- alle bei der Verklebung störenden Bauteile (Außenspiegel, Türgriffe, Zierleisten etc.) abbauen
- Kontrolle und Reinigung des verdeckten Untergrundes analog oben
- Fahrzeug gut trocknen, Restfeuchte, insbesondere auch unter Gummidichtungen, mit Druckluft
ausblasen

2.2 Folienverklebung

Die Verklebung findet trocken statt.
Vor jeder Verklebung wird dringend eine Testverklebung angeraten. Sollte die Folie zu stark
kleben und/oder sich Luftbläschen bilden, ist die Reinigung wie beschrieben zu wiederholen !

2.2.1 Erforderliches Werkzeug

Verklebewerkzeug:
- Folienrakel mit Filzkante
- Folien-, Papiermesser oder Skalpell
- Heißluftpistol
Basiswerkzeug:
- Torxsatz
- Imbussatz
- Schraubenzieher, verschiedene Größen
- Schraubenschlüssel, verschiedene Größen und / oder Ratschensatz
- Kombi- und Spitzzange
- Gummihammer

2.2.2 Verarbeitungsbedingungen

- Verklebetemperatur/Raumtemperatur 21-23°C
- sauberer und staubfreier heller Raum, bevorzugt mit Hebebühne oder Montagerampe
- Stromanschluß

2.2.3 Vorbereitungshinweise

- Fahrzeugteile vermessen und Folienformate großzügig vorschneiden
- Trimmen der Folien erfolgt am Fahrzeug. Eine Folienbreite von bis zu 152 cm ermöglicht bei
vielen Fahrzeugen eine Folienbeschichtung ohne störende Ansätze oder Überlappungen.
- Schneidekante ist immer die dem zu beklebenden Fahrzeugteil angrenzende Spaltmaßkante
- den sich ergebenden Überstand der Folie in der Breite des Spaltmaßes zum Umschlagen der
Folie zum Innenbereich nutzen
- bündiges Abschneiden der Folien an den Fahrzeugkanten vermeiden, um ein Schrumpfen der
Folien ebenso zu verhindern wie die mechanischen Belastungen der offenen Schnittkanten durch
Waschbürsten, Fahrtwind etc.
- Folien auch unter Gummidichtungen verlegen, um offene Kanten zu vermeiden
- muss die Folie trotzdem auf der Fahrzeugoberfläche geschnitten werden, Schnittkante mit
silikonisiertem Krepp o.ä. unterkleben; nach dem Schnitt Folie wieder leicht anheben und das
Kreppband vor dem endgültigen Verkleben entfernen

2.2.4 Verklebeprozedur

Grundsätzliches:
Kalandrierte Folien dürfen in tiefe Karosseriesicken nicht heiß tiefgezogen werden, sondern werden
in Vertiefungen eingearbeitet und geschnitten. Das Einformen in z.B. Griffschalen mit Hilfe der
Heißluftpistole ist dagegen problemlos möglich.
Gegossene Hochleistungsfolien können auch in tiefe Sicken heiß tiefgezogen werden, sollten aber
auch bei prägnanten Verklebungen an Fahrzeugen wie z.B. Mercedes Sprinter oder Vito ebenfalls in
Vertiefungen wie Dröhnsicken o. ä. eingearbeitet und geschnitten werden.
Frisch bedruckte Medien müssen vor der Laminierung mit einer Schutzfolie eine Zeit lang
ausgebreitet trocknen, sonst können - abhängig von der verwendeten Tinte - vorhandene
Restlösungsmittel nicht entweichen.
Unter den o.g. Bedingungen wird eine Austrocknungszeit für die Durchtrocknung von bis zu
72 Std. für lösungsmittelbasierende Tinten empfohlen, da sonst Restlösungsmittel durch die Folie
diffundieren und dadurch den Haftklebstoff schädigen oder zur Blasenbildung und Ablösung des
Laminates führen können.

Verklebung:
- die zu verklebende Folie am Fahrzeug positionieren und mit Klebeband oder Folienresten fixieren.
- sicher stellen, dass die Folie die Ränder des zu beklebenden Fahrzeugteiles um ca. 5 cm überragt
- Entfernen des Abdeckpapiers der Folie und Folie gleichmäßig über das Fahrzeugteil spannen
- Folie in gleichmäßigen, weit ausholenden Wischbewegungen am Fahrzeug anrakeln
- bei gewölbten Untergründen (z.B. Kotflügel) Folie großflächig mit der Heißluftpistole erwärmen
- Ränder erst nach Abkühlung der Folie beschneiden/umschlagen

Wichtiger Hinweis:
Alle tiefgezogenen Bereiche, Ränder und Kanten werden nac h der Beschichtung nochmals sorgfältig mit der Heißluftpistole erwärmt, um ein rasches Aktivieren des Klebstoffes zu erzielen. Bei sehr tiefen Sicken empfiehlt sich ein nachträgliches
Erwärmen dieser Bereiche auf annähernd Produktionstemperatur der Folien, also etwa 180° Celsius. Diese Temperatur mag auf den ersten Blick sehr hoch erscheinen, ist aber unbedingt notwendig, um eine optimale Haftung in diesen
Fahrzeugbereichen zu erzielen. Weder der Klebstoff noch der Fahrzeuglack nehmen dabei Schaden. Der Fachhandel bietet Infrarotthermometer an, mit deren Hilfe Sie die Erwärmung des Untergrundes exakt messen können. Halten Sie bei allen
Arbeiten mit der Heißluftpistole diese ständig in Bewegung, um eine Beschädigung der Folie zu vermeiden.
Nach Beendigung der Montage nochmals alle Randbereiche, Kanten und Sicken mit der Heißluftpistole erwärmen. Sollten sich noch kleinste Luftbläschen unter der Folie befinden, so werden
diese, je nach Umgebungstemperatur, innerhalb weniger Tage durch die Folie diffundieren, lediglich
größere Bläschen werden mit der Nadel oder einem spitzen Skalpell angepunktet und die Luft
ausgerakelt.


2.3 Unlackierte Kunststoffteile

Vorsicht beim Bekleben von unl
ackierten Kunststoffteilen am Fahrzeug! Machen Sie im Zweifelsfall
den Wassertröpfchentest! Perlt das Wasser auf der Oberfläche auch nach der o.g. Reinigung noch ab,
ist von einer Beklebung abzuraten. Fließt das Wasser ohne größere Tröpfchenbildung ab, so kann
diese Kunststofffläche beklebt werden. In jedem Fall muss auch diese Fläche vollkommen glatt sein,
auf strukturierten Flächen hält keine Folie lange.

3. Nach Abschluß der Arbeiten

Nach ca. 3 Tagen hat die verklebte Folie ihre optimale Endhaftung erreicht, so dass das Fahrzeug
bedenkenlos durch eine Waschstraße gefahren werden kann.
Das folienbeschichtete Fahrzeug darf frühestens 3 Wochen nach der Beschichtung mit Politur
behandelt werden. Dabei ausschließlich wachsfreie, silikon- oder teflonhaltige Polituren für
Kunststoffoberflächen verwenden.
Von einer Reinigung eines folienbeschichteten Fahrzeuges mit Hochdruckreinigern und ätzenden
Chemikalien ist abzusehen.

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